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Stress und Leistungsmotivation bei Schauspielern: Bachelorarbeit mit dem Stress- und Coping-Inventar

Sind besonders leitungsmotivierte Schauspieler gestresster? In Ihrer Bachelorarbeit untersuchte Pola Hartmann den Zusammenhang zwischen Stress und Leistungsmotivation bei Schauspielern.
Viele Arbeitstage, Auftritte am Wochenende und ein geringer Verdienst – das ist der Berufsalltag vieler Schauspieler. Die Stressampel von Gert Kaluza sagt, dass insbesondere hohe Leistungsanforderungen im Zusammenhang mit persönlichen Stressverstärkern zu krankmachenden Stress führen. Sind leistungsmotivierte Schauspieler darum gestresster? Genau dieser Frage widmete sich Pola Hartmann in Ihrer Bachelorarbeit.
Sie befragte 65 Schauspieler im Alter zwischen 20 und 64 Jahren, die sie über Xing anschrieb und über das Stadttheater Bochum zu einer Online-Befragung einlud.
Stress wurde mit dem Stress- und Coping-Inventar (SCI) gemessen, die Leistungsmotivation mit dem Leistungsmotivationsinventar von Schuler und Prochaska.

Ergebnisse

Obwohl die Stichprobe mit unter 100 Personen recht klein ausfiel, zeigte sich eine bedeutende Korrelation zwischen Leistungsmotivation und dem „gefühlten“ Stress (r = .22): Je leistungsmotivierter die Schauspieler waren, desto mehr Stress nahmen sie wahr. Die Korrelation mit dem objektiveren Stress war hingegen unbedeutend (r = 0.08).
Das ist ein wichtiger Hinweis darauf, dass übertriebene Leistungsmotivation wie ein Stressverstärker wirken kann: Obwohl es keinen Zusammenhang mit dem objektiven Stress gab, fühlten sich leistungsmotivierte Schauspieler insgesamt gestresster. Sie machten sich den Stress quasi selbst.
Ein Lichblick für alle gestressten Schauspieler: In dieser Stichprobe korreliert Stress auch mit dem Alter: Je älter die Schauspieler waren, desto geringer wurde der Stress.

Literatur

Hartmann, P. (2016). Zusammenhang zwischen individuellem Stresserleben und Leistungsmotivation am Beispiel von Schauspielern. Bachelorarbeit im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Studiengang Wirtschaftspsychologie. Rheinische Fachhochschule Köln. [PDF]